Wert 1914: Ermittlung & Definition einfach erklärt
Was ist der Wert 1914?
Der Wert 1914 ist eine theoretische Größe. Auch bekannt unter den Bezeichnungen Gebäudeversicherungswert oder 1914er-Wert ist er für den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung von großer Bedeutung. Mithilfe des Wertes 1914 ist es den Versicherern möglich, die Höhe der Prämien und die Versicherungssumme zu errechnen.
Die Basis dieses Wertes stellt das Jahr 1914 dar. Grund sind zwei verschiedene Faktoren, die zuletzt in jenem Jahr gegeben waren:
In den darauf folgenden Jahren begannen die Baupreise zu schwanken und eine Inflation setzte ein. Der Wert 1914 bezeichnet also den Neubauwert in Goldmark, den das Gebäude im Jahr 1914 gehabt hätte.
Wie wird der Wert 1914 ermittelt?
Um den Wert 1914 zu ermitteln, gibt es eine einheitliche Formel, welche viele Versicherungen nutzen. Ist kein Neubauwert vorhanden bzw. es liegt keine Schätzung eines Bausachverständigen vor, sind einige Angaben zum zu versichernden Gebäude notwendig, um ihn zu ermitteln.
Auch der Baupreisindex ist eine notwendige Berechnungsgrundlage. Dieser wird jährlich vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlicht.
💡 Wert 1914 = Neubauwert ÷ (Baupreisindex ÷ 100)
Ein Beispiel
Ein Eigenheim wurde im Jahr 2022 für 230.000 Euro errichtet. Der Baupreisindex des statistischen Bundesamtes für diesen Zeitraum ist 1668,2.
230.000 ÷ (1668,2÷100) = 13.787 Mark.
- Das bedeutet, der Neubau des Eigenheimes hätte im Jahr 1914 13.787 Mark gekostet.
- Im Schadensfall würde die Versicherungssumme wie folgt berechnet: Wert 1914 x Baupreisindex ÷ 100 = aktueller Neubauwert
- Nehmen wir an, das 2022 neu erbaute Eigenheim brennt im Jahre 2023 vollständig nieder. Bei 1961,4 liegt der Baupreisindex. 13.787 x 1961,4 ÷ 100 = 270.418
- Der aktuelle, theoretische Neubauwert läge bei 270.418 Euro.
Besteht ein Unterversicherungsverzicht, wird durch die Versicherung der gesamte Neubauwert ohne Abzüge ersetzt. Dieser Wert kann auch über dem theoretisch errechneten Neubauwert liegen.
Neubauwert und Baupreisindex: Was ist das?
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Neubauwert
Der Neubauwert bezeichnet die Summe, die aufzubringen wäre, um ein Gebäude nach vollständiger Zerstörung in gleicher Qualität und gleichem Zustand wiederherzustellen. Auch Konstruktions-, Planungs- und Architektengebühren fließen ein. Er ist also eine wichtige Kenngröße zur Berechnung der Versicherungssumme und der entsprechenden Versicherungsprämie.
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Baupreisindex
Das Statistische Bundesamt erstellt jährlich einen Baukostenindex. Gebäude werden meist sehr individuell gebaut (Ausnahme genormte Fertigteilbauweise). Daher unterscheiden sich die Baukosten für Gebäude gleicher Art, Ausstattung und Größe oft enorm. Zudem unterscheiden sich die Preise einzelner Gewerke bei der Bauausführung regional. Jährlich wird eine repräsentative Gruppe von Unternehmen befragt. Die Werte werden von den statistischen Landesämtern an das Bundesamt weitergeleitet, welches aus den Daten einen gewogenen Mittelwert berechnet. Dies geschieht nach dem Laspeyres-Konzept. Der Baupreisindex wird entsprechend der Preisänderungen zum Vorjahr angepasst. Er stellt den Faktor dar, um den Wert 1914 in den aktuellen Neubauwert umzurechnen.
Was bedeutet gleitende Neuwertversicherung?
Ein bedeutender Vorteil der gleitenden Neuwertversicherung ist die Berücksichtigung der sich ständig ändernden Baukosten. Die Versicherungssumme berechnet sich wie im Beispiel aus dem Wert 1914 und dem jeweils aktuellen Baupreisindex. Ein weiterer Vorteil für den Versicherungsnehmer: Bei korrekter Berechnung des Wertes 1914 ist die Versicherung in unbegrenzter Höhe für den Wert der Immobilie haftbar.
Wohnflächenmodell: Alternative Berechnungsmethode
Neben der gleitenden Neuwertversicherung gibt es ein zweites Modell. Bei dieser Variante wird ein angemessener Wert pro Quadratmeter Wohnfläche ermittelt. Dieser wird mit der Gesamtwohnfläche in Quadratmetern und einem Anpassungsfaktor multipliziert.
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