Motorrad im Ausland fahren
Motorradfahren im Ausland: Was müssen Sie beachten?
Vorbereitung
Bevor es losgeht, sollte eine ausführliche Analyse der Route durchgeführt werden. Ist meine Maschine für diese Tour geeignet? In einigen, auch europäischen Ländern sind die Straßenzustände nicht mit den uns bekannten identisch. Gerade im osteuropäischen Bereich ist noch einiges zu tun. Autobahnen und Fernstraßen sind zumeist in den letzten Jahren verbessert worden. Nebenstraßen sind häufig in einem abenteuerlichen Zustand. Hier bietet sich eine Reiseenduro an, mit der es auch mal durch Schlaglöcher oder über Schotterpisten gehen kann. Dennoch sind viele Touren auch mit sportlicheren Bikes möglich. In den süd- und westeuropäischen Ländern sind die Straßenverhältnisse meist besser. Doch allein das sollte niemanden davon abhalten, die östlichen Regionen zu erkunden. Hier ist der Tourismus noch nicht so angekommen wie in anderen Gegenden. Albanien ist so ein Land, welches derzeit noch als Geheimtipp für Endurofahrende gilt.
Natürlich muss auch an die Krankenversicherung gedacht werden. Gilt sie in den zu bereisenden Ländern? Brauche ich einen neuen Reisepass oder ist er noch lange genug gültig?
Sicherheitsausrüstung
Die Vorschriften zur Sicherheitsausstattung in Deutschland sind jedem Motorradfahrenden bekannt. Jedoch unterscheiden sich die Regeln von Land zu Land. In fast allen Ländern gilt die Helmpflicht. Aber auch hier gibt es Unterschiede. In Frankreich sind beispielsweise nur Helme gestattet, welche der französischen Norm NF S72-305 oder der europäischen Norm ECE-Regelung Nr. 22.04 / 22.05 entsprechen. Reflektierende Aufkleber oder Markierungen müssen am Motorradhelm vorhanden sein.
Eine Handschuhpflicht gibt es in Deutschland nicht. In Frankreich müssen Motorradhandschuhe getragen werden, die über eine entsprechende CE-Kennzeichnung verfügen. Bei Nichtbeachtung werden Geldbußen verhängt. Ebenso verpflichtend ist seit 2016 das Mitführen einer Warnweste.
Einige Länder fordern zudem das Mitführen eines Warndreiecks. Dazu zählen Albanien, Finnland, Schweden, Russland und Malta. Ein Verbandspäckchen und ein Ersatzlampenset sind oft verpflichtend.
Maut und Verkehrsregeln
Es gibt nur wenige europäische Länder, die keine Maut erheben. Darunter fallen die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Moldau, die Ukraine, Kosovo und Albanien. In den anderen Staaten werden Gebühren erhoben. Hier sollten vorab Erkundigungen eingezogen werden, welche Abschnitte mautpflichtig sind und wie sie gezahlt werden. Die streckenabhängige Maut wird in der Regel an Mautstationen erhoben. Sie kann oft mittels Kreditkarte oder in Bar gezahlt werden. In einigen Ländern wie Österreich oder Tschechien herrscht Vignettenpflicht. Diese Vignette kann oft vor der Reise erworben werden. Eine andere Variante ist der Kauf an der Grenze. Das Umgehen der Maut wird in den meisten Fällen mit empfindlichen Strafen geahndet.
Auf Einhaltung der Verkehrsregeln und Tempolimits sollte unbedingt geachtet werden. Die Missachtung kann in einigen Gegenden sehr teuer werden. Auch wenn Einheimische bedeutend schneller unterwegs sein sollten, lassen Sie sich nicht zur Übertretung hinreißen. Zudem herrscht in einigen Ländern die Pflicht, auch am Tage mit Licht zu fahren.
Beachtenswert sind auch Sonderregelungen. In Frankreich dürfen Fahranfänger (Fahrerlaubnis noch keine zwei Jahre) auf der Autobahn nur 110 km/h fahren, während für alle anderen 130 km/h gelten. Auf Schnellstraßen 100 km/h statt 110 km/h und auf der Landstraße 80 km/h statt 90 km/h.
Versicherung
Nichts ist schlimmer als ein Unfall. Erst recht, wenn er im Ausland passiert. Denken Sie vorab an einen ausreichenden Motorrad-Versicherungsschutz. Von Ihrem Versicherungsunternehmen erhalten Sie die „Grüne Karte“ („Internationale Versicherungskarte“). Auf Ihr sind die Länder aufgeführt, in denen Versicherungsschutz aus der Kfz-Haftpflichtversicherung besteht. Sollte ein Land nicht abgedeckt sein, müssen Sie in der Regel an der Grenze eine entsprechende Versicherung abschließen. Informieren Sie sich bereits vor Ihrer Reise über die Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes. Auch ein Schutzbrief ist für eine solche Reise eine gute Wahl. Einige Versicherungen bieten einen solchen an. Die GVV bietet neben einem Schutzbrief den Versicherungsschutz in ganz Europa sowie in weiteren Ländern der EU an.
Es geht weiter in die Welt?
Einige wenige planen das Motorradfahren im Ausland noch größer. Es wollen viele Länder, vielleicht die Welt erkundet werden. In diesen Fällen wird es komplizierter, aber auch machbar. Neben einer entsprechenden Auslandskrankenversicherung sind viele organisatorische Dinge zu berücksichtigen. Ein gültiger Reisepass, internationaler Führerschein, eventuell benötigte Visa oder Carnet de Passages sollte ebenfalls rechtzeitig besorgt werden. Zu diesem Thema gibt es im Internet viele Informationen von Weltreisenden.
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