Motorrad-Schutzkleidung: Verpflichtend für Ihre Sicherheit
Welche Motorrad-Schutzkleidung ist Pflicht?
Auf deutschen Straßen gilt eine Helmpflicht für Fahrende und Mitfahrende. Hier ist laut § 21 a Abs. 2 der StVO nur angegeben, dass es sich um einen geeigneten Helm handeln muss. Empfohlen wird dennoch, auf Schutzhelme zurückzugreifen, die mindestens den Anforderungen der ECE-22.05 Norm, besser der ECE-22.06 Norm entsprechen.
Eine weitere gesetzliche Vorschrift zum Tragen von Schutzkleidung für Motorradfahrende gibt es nicht. Dennoch haben bereits einige Gerichte entschieden, dass Schmerzensgeld im Falle eines unverschuldeten Unfalls gekürzt werden kann. So sah das Oberlandesgericht Brandenburg (Az.: 12 U 29/09) eine Mitschuld des Geschädigten. Die Verletzungen wären mit entsprechender Motorrad Schutzkleidung eventuell nicht so stark gewesen. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass ein Mitverschulden vorliegt, wenn „er diejenige Sorgfalt außer Acht lässt, die ein ordentlicher und verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens anzuwenden pflegt“.
Lediglich in der Fahrschule ist eine Motorrad-Schutzkleidung Pflicht. Um den Führerschein der Klassen A, A1, A2 oder AM zu erwerben, muss bei den Fahrstunden und auch bei der Prüfung Schutzkleidung getragen werden.
Verpflichtend sind hier:
Welche weitere Schutzkleidung ist empfehlenswert?
Ein Sturz kann weitreichende Folgen für Fahrende und Mitfahrende haben. Knochenbrüche kann meist auch eine gute Motorrad-Schutzkleidung nicht ausschließen, die Gefahr jedoch verringern. Schlimmer und schmerzhafter sind Abschürfungen und Verbrennungen, wie sie beim Rutschen auf dem Fahrbahnbelag entstehen. Hier kann eine stabile, gut sitzende Motorrad Schutzkleidung Schlimmeres verhindern. Heute ist eine Ausrüstung nicht mehr nur funktional. Es gibt modische Motorrad Schutzkleidung für Damen und Herren. Nachfolgend erklären wir die Möglichkeiten und Vorteile, die moderne Schutzkleidung mit sich bringt.
Motorrad-Kombi, nur welche?
Der Markt hält viele Varianten an Kombis für jeden Einsatzzweck bereit. Ob Leder, Textil oder moderne Materialkombinationen, ein- oder zweiteilig. Wichtig ist, dass CE-geprüfte Protektoren an allen wichtigen Stellen vorhanden sind und dass die Kombi gut sitzt. Die Protektoren dürfen nicht verrutschen, denn sonst ist die vorgesehene Schutzwirkung nicht oder nur eingeschränkt vorhanden. Protektoren sollten mindestens die Bereiche Schienbein, Knie, Gesäß, Ellbogen, Rücken und Schultern schützen und CE-geprüft sein. Je dicker die Protektoren, desto besser sollte die Schutzwirkung sein. Moderne Motorradkombis müssen nicht zwangsläufig unbequem sein. Ob eine Kombi gut sitzt, sollte unbedingt durch ein Anprobieren mehrerer Anzüge herausgefunden werden. Unbedingt sollte die Anprobe auf dem Motorrad erfolgen.
Weitere Kriterien sind robuste Reißverschlüsse und mindestens doppellagig verarbeitete kritische Stellen an Schultern, Ellenbogen, Schienbein, Knie und Gesäß. Optimalerweise sind diese mit einer Schicht aus reißfestem Kevlar beschichtet. Was früher einmal reine Sicherheit gewährleisten sollte, hat sich längst auch zum stylischen Objekt entwickelt. So sind Motorrad Schutzkleidungen passend zum Motorrad und eigenen Geschmack zu finden. Natürlich sind spezielle Kombis auch sicherheitstechnisch auf bestimmte Motorradtypen und Einsatzgebiete ausgelegt. Die Anzüge für Enduro-Fahrende unterscheiden sich nicht nur im Design von denen für Sportmotorräder oder Chopper. Viele Hersteller nehmen für die Entwicklung ihrer Ausrüstung Unfall- oder Verletzungsstatistiken zur Grundlage. Somit wird der Fahrende optimal geschützt.
Die Lederkombi
Als Nonplusultra galt bisher die Lederkombi. Nicht umsonst ist Leder noch immer der Favorit der meisten Rennfahrer. Mit ihrer unübertroffenen Haltbarkeit und Robustheit bringt sie gerade im Sommer doch einen Nachteil mit sich. Es gibt wenig Kühlung durch den Fahrtwind. Heute gibt es perforierte Lederkombis, die eine bessere Lüftung möglich machen. Manche Lederkombis sind auch aus sogenanntem „Cool Leather“ gefertigt. Durch eine Spezialbeschichtung wird erreicht, dass die Sonneneinstrahlung zum größten Teil abgewiesen wird. In den letzten Jahren kamen zusätzlich Kühlwesten zu den Händlern. Diese ermöglichen durch den Verdunstungseffekt eine gute Kühlleistung und sind an heißen Tagen sehr angenehm zu tragen.
Textil ist im Kommen
Ein immer besseres Sicherheitsniveau erreichen auch Textilkombis. Am häufigsten sind diese als Zweiteiler zu finden. Bequem und leicht sind sie zudem auch recht wetterfest. Meist sind sie ziemlich weit geschnitten und erreichen, trotz modernster Materialien, nicht ganz die Abriebfestigkeit von Leder. Hier ist ebenfalls auf einen guten Sitz zu achten. Vorteilhaft ist, dass sie im Sommer größtenteils angenehmer zu tragen sind. Sie leiten Feuchtigkeit besser ab und sind oft mit zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten versehen.
Zu den zweiteilig ausgelegten Textilkombis sollte auf einen Nierengurt keinesfalls verzichtet werden.
Wird es beim Fahren nicht warm?
Zugegeben, mit einer richtigen Motorrad-Schutzkleidung kann es im Sommer warm werden. Viele Jacken und Hosen sowie Kombis verfügen über ein herausnehmbares Futter, um sie den Witterungsbedingungen besser anzupassen. Ebenso sind spezielle Ausführungen für Sommer und Winter erhältlich. Gegen das Schwitzen und für die Hygiene gibt es Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Funktionswäsche und Sturmhauben. Ein Tipp am Rande: Um zu verhindern, dass die Motorradjacke oder -hose beim Ausziehen „festklebt“, empfiehlt es sich, unter der Kombi ein langärmliges Hemd und eine lange Unterhose zu tragen. Gerade an heißen Tagen bewährt sich diese Kleidung. Zudem sind bereits genannte Kühlwesten eine gute Investition.
Auch Regen ist ein Thema beim Motorradfahren. Meist bietet Motorrad Schutzkleidung nur mäßigen Schutz gegen Regen. Abhilfe schaffen hier nur Regen-Überziehkombis. Da diese keine Schutzwirkung haben müssen, können sie dünn ausfallen. So lassen sie sich leicht und platzsparend verstauen.
Was noch?
Ist eine stabile Jacke vorhanden, kann sie auch in Kombination mit Protektoren genutzt werden. Hier halten die Hersteller eine große Auswahl an Möglichkeiten bereit. Brustpanzer zum Beispiel werden vor allem im Motocross-Bereich verwendet, sorgen aber auch bei normalen Motorradfahrten für mehr Sicherheit. Weitere Alternativen sind Rückenprotektoren, Protektoren-T-Shirts und separate Protektoren für Ellenbogen und Knie.
Der Motorradhelm ist zentraler Bestandteil der Motorrad Schutzausrüstung. Um als „geeignet“ zu gelten, muss er mindestens die Norm ECE-22.05, besser ECE-22.06 erfüllen. Es gibt viele Möglichkeiten, vom sogenannten Braincap über Jethelme, Klapphelme bis zum geschlossenen Integralhelm. Gerade wenn man des Öfteren schneller unterwegs ist, bietet sich ein Klapp- oder Integralhelm an. Diese lassen nicht nur den Fahrtwind draußen, sondern schützen den Kopf als Ganzes.
Wer bereits Erfahrung mit Insekten oder Steinchen gesammelt hat, die während zügiger Fahrt auf die Hand prallen, fährt nicht ohne Handschuhe. Zudem schützen die Fingerprotektoren spezieller Motorradhandschuhe auch vor Verletzungen beim Unfall. Auch hier gibt es die verschiedensten Ausführungen. Leichte Sommerhandschuhe mit guter Durchlüftung, gefütterte Winterhandschuhe für die kälteren Tage. Neben dem Einsatzzweck ist es wichtig, dass sie einwandfrei sitzen, um das Motorrad sicher bedienen zu können.
Zu guter Letzt sollte auf das passende Schuhwerk geachtet werden. Um gebrochene Knöchel oder Abschürfungen zu vermeiden, kann auf spezielle Motorradstiefel zurückgegriffen werden. Diese sind (gerade für Enduro-Fahrende) als hohe Varianten mit Protektoren für Schienbein und Knöchel, aber auch als halbhohe Stiefel mit Knöchelschutz erhältlich. Oft sind sie auch mit einer verstärkten Oberseite am linken Stiefel ausgestattet, um das Hochschalten angenehmer zu gestalten.
Die Entwicklung der Sicherheitstechnologien geht weiter. Seit geraumer Zeit werden auch aktive Sicherheitssysteme angeboten. So zum Beispiel Motorrad-Airbag-Westen.
Wie viel kostet gute Motorrad-Schutzkleidung?
Motorrad Schutzkleidung gibt es in allen Preisklassen. Eine Lederkombination ist dabei im oberen Preissegment einzuordnen. Einige Hundert Euro müssen schon für eine Standardkombi angelegt werden. Bessere Qualität von namhaften Herstellern kann einige Tausend Euro kosten. Günstiger sind Textil-Anzüge. Hier sind schon recht gute und sichere Kombis im unteren dreistelligen Bereich zu bekommen. Ebenso groß ist die Preisspanne für Handschuhe und Stiefel.
Je nach Anspruch und Sicherheitsbedürfnis kann eine komplette Motorrad-Schutzausrüstung für wenige Hundert Euro erworben werden. Insbesondere für härtere Einsätze und sportliche Fahrweise lohnt sich ein tieferer Griff ins Portemonnaie. Ein guter Mittelwert ist 1.000 bis 1.500 Euro für ein umfassendes Paket.
Schutzkleidung für Roller, E-Scooter und Leichtkraftrad
Nicht nur für die großen Maschinen ist Motorrad Schutzkleidung wichtig und das Tragen eines geeigneten Schutzhelmes Pflicht. Leichtkrafträder und Roller erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Kleinkrafträder schaffen es immerhin auf 45 Kilometer pro Stunde. Ein Sturz kann auch bei weniger als 30 Kilometern pro Stunde böse Abschürfungen und Knochenbrüche nach sich ziehen und dauerhafte Schäden hinterlassen. So ist es ratsam, sich auch beim Fahren von Mofas oder Elektro Scootern ausreichend zu schützen. Vieles lässt sich mit einer zureichenden Sicherheitsausrüstung vermeiden. Für Roller, Mopeds und andere kleinere Zweiräder gibt es auch recht günstige und unauffälligere Kleidung. Eine Rennsport-Kombi passt eben nicht recht zu einem Roller. Auf die eigenen Fahrkünste sollte man sich niemals verlassen.
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