Im Herbst & Winter Motorrad fahren: Tipps zur Sicherheit
Welche Probleme bringen Herbst und Winter fürs Motorradfahren?
Das Ende des Sommers bedeutet oft auch schlechtere Wetterbedingungen und Straßenverhältnisse. Manch Motorradfahrende scheuen die Herausforderungen nicht, andere sind darauf angewiesen, auch im Winter Motorrad zu fahren, weil kein anderes Fahrzeug zur Verfügung steht. Nicht nur die passende Motorrad-Schutzkleidung ist für die kälter werdenden Tage wichtig. Das Motorrad muss wintertauglich sein und nicht zuletzt ist es wichtig, die Fahrweise an die Witterungsbedingungen anzupassen. Insbesondere Rollerfahrende müssen sich auf schlechte Fahreigenschaften des Rollers einstellen. Ursache sind die kleinen Räder und der gegenüber einem Motorrad andere Schwerpunkt. Sie sind auch schlechter kontrollierbar, da durch den sonst komfortablen Durchstieg kein Knieschluss zum Fahrzeug hergestellt werden kann.
Dunkelheit
Die kürzer werdenden Tage sorgen für einen früheren Einbruch der Dunkelheit. Das Fahren bei Nacht ist bereits im Sommer mit Gefahren verbunden. Besonders im Herbst (zwischen September und November) sind Wildwechsel häufiger. Oft sind die Tiere in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv und erhöhen das Risiko eines Zusammenstoßes. Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse werden Hindernisse und Kurven spät erkannt. Daher sollten Fahrten bei Nacht möglichst vermieden werden. Ist es dennoch nötig, sollte auf hohes Tempo verzichtet werden und besondere Aufmerksamkeit und Bremsbereitschaft gelten. Wichtig ist auch, dass die Beleuchtung des Motorrades einwandfrei funktioniert.
Nasse Fahrbahn
Schlechter werdende Fahrbahnverhältnisse müssen in Kauf genommen werden, wenn im Herbst und Winter mit dem Motorrad gefahren wird. Nebel, Reif und Regen machen die Straßen nass und rutschig. Herabgefallenes Laub und Schmutz (zum Beispiel durch Erntefahrzeuge) machen den Untergrund gefährlich. Besondere Vorsicht ist zum Beispiel in Kurven und an Kreuzungen geboten. Nebenstraßen, deren Belag aus Kopfsteinpflaster besteht, sind mit höchster Vorsicht zu nutzen. Hier ist die Rutschgefahr bei Nässe extrem hoch und beinahe mit Glatteis zu vergleichen. Eine vorsichtige, vorausschauende Fahrweise ist unabdingbar.
Eis und Schnee
Wird es richtig winterlich, sollte das Motorrad zu Hause bleiben. Während bei einer frischen, lockeren Schneeschicht noch etwas Grip vorhanden ist, hat die fahrende Person bei festgefahrenem Schnee und Eis keine Kontrolle mehr über das Fahrzeug. Ausweichmanöver oder Bremsen vor Hindernissen sind kaum oder gar nicht mehr sicher möglich. Besonders gefährlich sind Brücken und schattige Stellen (zum Beispiel im Wald). Hier bildet sich oft Reifglätte und Eis.
Checkliste für Motorradfahren im Winter
Um das Motorradfahren im Winter möglichst sicher zu machen, sollten folgende Punkte rechtzeitig geprüft werden:
Speziell für die kälteren Tage lassen sich einige Annehmlichkeiten nachrüsten. Griff- und Sitzheizungen sind solche Möglichkeiten. Für Rollerfahrende gibt es Decken, die am Fahrzeug montiert werden und den Bereich der Beine vor Wind und Kälte schützen. Auch Windschutzscheiben lassen sich recht einfach montieren und bieten einen guten Schutz gegen den kalten Fahrtwind.
Nach jeder Fahrt auf winterlichen Straßen sollte das Streusalz und der Straßenschmutz entfernt werden. Besonders die mechanischen Teile, aber auch Rahmen und Auspuff werden durch das aggressive Streumittel angegriffen. Auch der Antriebskette sollte im Winter erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch regelmäßige Reinigung und Schmierung wird die Lebensdauer erheblich verlängert. Hier sollte bei der Reinigung des Motorrades natürlich darauf geachtet werden, dass nichts festfriert. Besonders bei den Bremsen wäre das fatal.
Kaum beachtet: Winterreifenpflicht auch für Motorräder!
Relativ neu sind Winterreifen für Motorräder. Für Roller und Enduros sind solche bereits länger auf dem Markt. Zu beachten ist, dass es eine Winterreifenpflicht vom 1. November bis zum 15. April gibt. Diese betrifft nicht nur Autos, sondern auch Motorräder, Leicht- und Kleinkrafträder. Winterreifen sind mit einem speziellen Profil ausgestattet, welches einen besseren Grip auf Schnee ermöglicht. Zudem ist die Gummimischung in ihrer Härte auf die winterlichen Temperaturen abgestimmt.
Welche Motorradkleidung sollte man im Winter tragen?
Neben dem für den Winterbetrieb vorbereiteten Motorrad ist auch die richtige Kleidung wichtig. Spezielle Motorrad-Schutzkleidung für den Winter schützt vor Kälte und bietet Sicherheit bei einem Sturz/Unfall. Handschuhe sollten warmhalten, aber auch die sichere Bedienung des Motorrades gewährleisten. Hierfür hält der Markt spezielle Exemplare bereit.
Anzüge sollten winddicht und warm sein. Außerdem wird die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer durch ausreichende Reflektorflächen erhöht. An besonders kalten Tagen kann der wärmende Effekt durch entsprechende Bekleidung unter der Kombi verbessert werden. Ein Schlauchschal schützt den Hals und kann eine gute, wärmende Verbindung zwischen Kombi und Helm darstellen. Unter dem Helm kann eine Sturmhaube getragen werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Helm gewidmet werden. Das Visier beschlägt bei den niedrigen Temperaturen besonders schnell und schränkt die Sicht oft gefährlich ein. Eine regelmäßige und gewissenhafte Reinigung schafft Abhilfe. Im Handel sind Antibeschlagtücher erhältlich. Ein wirksames Hausmittel gibt es auch. Nach der Reinigung wird etwas Spülmittel mit einem weichen Tuch dünn auf beiden Seiten des Visiers aufgebracht und poliert. Eine Sonnenbrille oder ein getöntes Visier helfen gegen Blendung durch die tief stehende Sonne oder reflektierenden Schnee. Zu guter Letzt sind gefütterte Motorradstiefel eine gute Investition.
Welche Tipps gibt es fürs Motorradfahren im Winter oder Herbst?
Immer empfehlenswert sind regelmäßige Fahrsicherheitstrainings. Diese werden besonders von den bekannten Automobil- und Motorradclubs angeboten. Aber auch kleine Anbieter ermöglichen solche Kurse. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die fahrende Person lernt seine Maschine besser kennen und zu beherrschen. Verschiedene Gefahrensituationen werden auf unterschiedlichem Untergrund geübt. So zum Beispiel Brems- und Ausweichmanöver. Besonders neuen und ungeübten Fahrenden, aber auch den Erfahrenen sei dies ans Herz gelegt. Erfahrungsgemäß sind Enduro- oder Motocrossfahrende gut für den Winter gewappnet. Durch regelmäßige Fahrten auf unterschiedlichem Untergrund und häufigen Kontakt mit rutschigen, unebenen Wegen haben sie ein gutes Gefühl für ihr Motorrad.
Nach Möglichkeit sollte das Motorrad natürlich stehen bleiben, wenn die Wetterbedingungen schlecht sind. Sollte es dennoch unausweichlich sein, sollten folgende Tipps beachtet werden:
Wenn Sie die Tipps und Ratschläge unseres Ratgebers beachten, senken Sie Ihr Unfallrisiko enorm. Dennoch bleibt es dabei, im Winter sollte das Motorrad nach Möglichkeit in der Garage bleiben. Um es sicher und vor Witterung geschützt über den Winter zu bringen, gibt es einige Tipps zur Überwinterung Ihres Motorrades. Um Kosten für Versicherung und Steuern einzusparen, können Saisonkennzeichen beantragt werden. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie außerhalb der Nutzungsdauer (Saison), also z.B. im Winter kein Motorrad fahren.
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