Motorräder einwintern
Wie wird ein Motorrad eingewintert?
Neben dem geeigneten Stellplatz für die Überwinterung des Motorrades sind einige weitere Dinge zu beachten. Zudem bietet sich die Winterzeit sehr gut an, Wartungs- und Reparaturarbeiten vorzunehmen. Je nach Abstellplatz ist eine Rostvorsorge sehr wichtig.
Der Abstellplatz
Glücklich, wer eine Garage oder einen geeigneten Kellerraum sein Eigen nennt oder nutzen kann. Hier ist die Möglichkeit gegeben, die nötigen Arbeiten am Bike entspannt durchzuführen. Wichtig ist, dass sie trocken und gut belüftet ist. Nach Abschluss der Arbeiten empfiehlt sich das Abdecken mit einer Decke/einem Laken oder ähnlichem. Steht das Fahrzeug in einem geschlossenen Raum, sollte keinesfalls eine luftdichte Abdeckung (Folie/Plane) gewählt werden, da diese zu Kondenswasser und einer erhöhten Rostgefahr führt.
Ist diese Möglichkeit nicht gegeben und muss das Fahrzeug im Freien stehen, sollte es mit einer speziellen Motorradplane abgedeckt werden. Um angesammelte Feuchtigkeit zu entfernen, ist es empfehlenswert, die Plane an trockenen Tagen regelmäßig abzunehmen und das Motorrad auslüften zu lassen. Ist das Fahrzeug mit Saisonkennzeichen ausgestattet, darf es nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Bei ganzjähriger Zulassung kann auf Motorradabdeckungen mit einem kleinen Fenster aus transparenter Folie zurückgegriffen werden, die einen Blick auf das Nummernschild ermöglichen.
Vor dem Abstellen putzen
Eine vollständige Reinigung des Motorrades ist vor dem Einwintern unabdingbar. Entfernen Sie hierzu allen Schmutz. Spezielle Waschplätze bieten die besten Möglichkeiten.
Auch wenn das Fahrzeug während der Saison regelmäßig gewaschen wurde, bleiben einige Stellen doch unangetastet. Gerade an Maschinen mit Vollverkleidung finden sich viele versteckte Ecken, in denen sich Schmutz sammelt. Als Beispiel seien hier die Vorderseite des Motors, der Auspuffkrümmer und die Unterseite des Auspuffs genannt. Eine Demontage der Verkleidung ermöglicht auch die Reinigung der Innenseiten.
Motorräder mit Kettenantrieb haben oft das Problem, dass sich das Kettenfett im Fahrbetrieb verteilt. Eine gründliche Säuberung von Motor, Ritzel und Schwinge sollte hier durchgeführt werden. Ketten- oder Bremsenreiniger leisten gute Dienste. Um die Lebensdauer des Kettensatzes zu verlängern, bietet sich die Reinigung und anschließend neues Einfetten der Kette an. Hier sind spezielle Mittel im Handel erhältlich. Ist Ihr Motorrad mit einem Kardanantrieb ausgestattet und besitzt dieser einen Schmiernippel, kann mit einer Fettpresse etwas Fett hineingepresst werden. Ein Ölwechsel ist hier nur im Rahmen der Wartungsintervalle nötig.
Eingebrannter Schmutz und Ablagerungen am Auspuff lassen sich mit Auspuffreinigern lösen. Bei der Verwendung derartig aggressiver Mittel sollten unbedingt Handschuhe und Augenschutz getragen werden.
Zu guter Letzt sollten Kunststoff-, Gummi- und Chromteile sowie lackierte Teile mit entsprechenden Pflegemitteln behandelt werden. Rostanfällige Metallteile (Speichen, Auspuff und ähnliches) können Sie mit etwas Öl oder Petroleum konservieren. Schadstellen im Lack, an Rahmen oder anderen rostempfindlichen Stellen sollten behoben werden. Nach Reinigung dieser Stellen wird eine Grundierung und danach der passende Lack aufgetragen.
Technische Vorbereitungen für den Winterschlaf
Auch im technischen Bereich sind einige Arbeiten erforderlich, um das Motorrad für den Winter und die kommende Saison vorzubereiten.
Die Bowdenzüge sollten auf Leichtgängigkeit und Korrosion geprüft werden. Ebenso müssen die Ummantelungen auf Risse, Knicke und andere Beschädigungen untersucht werden. Sind sie in Ordnung, können Reste von verharztem Schmiermittel entfernt und neues, nicht verharzendes aufgetragen werden. Dabei leisten Spritzen (in der Apotheke erhältlich) gute Dienste. Auch Schalter und Kabel sollten auf Defekte und Schmutz untersucht werden. Elektrische Steckverbindungen können mit etwas Kriechöl behandelt werden. Dieses sorgt für einen dauerhaft guten Kontakt.
Brems- und Kupplungshebel unterliegen einem Verschleiß. Dieser sollte geprüft werden. Gegebenenfalls werden die Hebel erneuert.
Um ein Verharzen des Benzins im Vergaser zu vermeiden, wird dieser entleert. Dazu schließen Sie den Benzinhahn nach der letzten Fahrt und lassen den Motor laufen, bis er abstirbt. Eine andere Möglichkeit ist, den Vergaser mittels Ablassschraube leerlaufen zu lassen. Das aufgefangene Benzin kann in den Tank gegeben werden. Bei Maschinen mit Einspritzung hingegen gibt es kaum Probleme. Es sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.
Drehen Sie die Zündkerzen heraus und prüfen den Zustand derselben. In die Brennräume können Sie etwas Motorenöl spritzen und die Kerzen wieder montieren.
Besonderes Augenmerk verlangt die Batterie. Optimalerweise wird sie ausgebaut. Es sollte bei älteren Säurebatterien nach dem Füllstand geschaut werden. Danach wird sie an einem trockenen und frostsicheren Ort an ein sogenanntes Ladungserhaltungsgerät angeschlossen. Ist ein solches nicht vorhanden, kann die Batterie in regelmäßigen Abständen (4 bis 6 Wochen) mittels Batterieladegerät nachgeladen werden.
Um Verformungen der Reifen (das sogenannte Plattstehen) zu vermeiden, wird der Reifendruck etwas erhöht. 0,5 Bar sind hier zureichend. Von Vorteil ist es, wenn die Räder entlastet werden. Dazu kann das Motorrad etwas unterbaut werden. Als zweckmäßig haben sich Getränkekisten oder Holzklötze erwiesen. Es sind aber auch Motorradheber erhältlich, welche unter dem Motor platziert werden und ähnlich einem Wagenheber nach oben gepumpt werden. Die Maschine sollten Sie dann wegen der Kippgefahr sichern.
Tank voll oder leer?
Immer wieder wird die Frage gestellt, ob der Tank über den Winter voll oder leer sein soll. Handelt es sich um einen Metalltank, sollte dieser bis zum Rand gefüllt werden, um Korrosion zu vermeiden. Besteht der Tank hingegen aus Kunststoff, ist er zu leeren. Grund hierfür ist, dass sich Bestandteile des Kraftstoffs durch den Kunststoff verflüchtigen (Diffusion). Das Benzin wird bei längerer Standzeit dickflüssiger und kann bei Wiederinbetriebnahme die feinen Düsen des Vergasers oder der Einspritzung verstopfen.
Checkliste
Hier finden Sie eine Checkliste für das Einwintern Ihres Motorrades/Rollers:
Wann ist die beste Möglichkeit für die Wartung/Inspektion?
Der beste Zeitpunkt, eine umfassende Wartung durchzuführen, ist genau jetzt. Haben Sie ausreichende technische Erfahrung, können Sie dies selbst erledigen. Möchten Sie es lieber den Profis überlassen? Die Motorradwerkstätten sind in den Wintermonaten meist nicht ausgelastet und bieten Sonderkonditionen an. Oft ist auch ein Hol- und Bringservice im Angebot.
Welche Servicearbeiten zu erledigen sind, steht in der Bedienungsanleitung oder den Internetseiten des Herstellers geschrieben. Grundsätzlich gehören jedoch ein Ölwechsel mit neuem Ölfilter, Überprüfung und gegebenenfalls Wechsel der Bremsflüssigkeit, der Bremsbeläge und -scheiben, Prüfung des Frostschutzes und die Überprüfung von Zustand und Spannung des Kettensatzes dazu.
Lassen Sie das alte Motorenöl bei warmem Motor ab, ersetzen Sie den Ölfilter und füllen frisches Öl nach Herstellervorgabe ein. Im Anschluss sollte der Motor kurz durchgedreht werden, ohne ihn zu starten. Das abgelassene Altöl können Sie unkompliziert und kostenlos dort abgeben, wo Sie das neue Öl erworben haben.
Reparaturen an den Bremsen und den Austausch der Bremsflüssigkeit sollten nur erfahrene Schrauber selbst erledigen. Kleinste Fehler können zur Beeinträchtigung oder gar Ausfall der Bremsanlage führen. Bei Unsicherheiten soll besser ein Profi diese Arbeiten durchführen.
Wie können Sie bei Steuer und Versicherung sparen?
Wird das Zweirad nur in den Sommermonaten gefahren und das Motorrad eingewintert, bietet sich die Möglichkeit der Saisonzulassung an. Achten Sie jedoch darauf, dass Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen außerhalb des Zulassungszeitraumes nicht auf öffentlichen Straßen abgestellt werden dürfen. Alles Wichtige über Saisonkennzeichen für Autos, Motorräder & Co. erfahren Sie in unserem Ratgeber.
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