Motorradhelme: Haltbarkeit, Modelle & mehr
Motorradhelm: Pflicht für alle Krafträder
In Deutschland ist das Tragen eines geeigneten Motorradhelms per Gesetz vorgeschrieben. Diese Helmpflicht besteht für alle Krafträder. In § 21a StVO ist festgelegt, dass beim Führen von Krafträdern oder offenen drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeugen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 Kilometern pro Stunde ein geeigneter Helm getragen werden muss. Eine Ausnahme besteht bei Fahrzeugen, die über einen Sicherheitsgurt verfügen. Diese Helmpflicht betrifft auch Mitfahrende. Auch Kinder, die zum Beispiel in einem Beiwagen oder auf einem Trike oder Quad mitfahren, müssen einen Helm tragen. Die Helmpflicht betrifft auch Fahrende von Pedelecs, die Geschwindigkeiten über 20 Kilometer pro Stunde erreichen.
Eine immer wieder gestellte Frage ist: Was ist ein geeigneter Motorradhelm? Gesetzlich ist hierzu nichts festgelegt. Jedoch gibt es einschlägige Gerichtsurteile, die die Eignung näher definieren. Demzufolge wird ein Helm als geeignet angesehen, wenn er Stirn, Nacken und Ohren schützt. In vielen europäischen Ländern ist als Standard die ECE-Norm 22–05 (ab 2024 ist es die ECE-R-22.06) festgelegt. Auch wenn diese in Deutschland nicht verpflichtend ist, werden Helme, die dieser Norm entsprechen, empfohlen. Das Siegel stellt sicher, dass der Helm auf verschiedene Anforderungen geprüft wurde und einen hohen Sicherheitsstandard erfüllt. Sind Sie im Ausland unterwegs, kann das Fahren mit einem Helm ohne entsprechendes Prüfsiegel Bußgelder nach sich ziehen.
Es gilt natürlich nicht nur gesetzliche Bedingungen zu erfüllen. Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit von Schädel-Hirn-Traumata beim Tragen eines Helmes um 70 Prozent reduziert wird. Im Ernstfall kann der Helm also Leben retten.
Welche Helme gibt es?
Früher war die Auswahl an Motorradhelmen recht begrenzt. Sogenannte „Eierschalen“ waren oft zu sehen. Später kamen die ersten Integralhelme auf, welche auch das Kinn schützen. Heute ist die Auswahl schier unendlich. Die wichtigsten haben wir hier für Sie aufgelistet:
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Jethelm
Insbesondere für Moped- oder Rollerfahrende bietet sich diese Variante an. Der Helm kommt ohne Kinnteil aus und bietet ein großes Sichtfeld. Für schnellere Fahrzeuge bieten sich eher geschlossene Helme an. Jethelme sind recht luftig und schränken den Komfort durch eine hohe Geräuschkulisse ein. Hier gibt es mehrere Arten. Helme ohne Visier (Brille wird empfohlen), halbhohe Visiere (gehen etwa bis zur Nase) und großflächige Visiere, die bis zum Kinn reichen. Einige Jethelme sind auch mit einem zusätzlichen Sonnenvisier ausgestattet.
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Integralhelm
Der „Allrounder“ unter den Motorradhelmen bietet umfassenden Schutz durch seine feste Kinnpartie und guten Komfort, auch bei hohen Geschwindigkeiten, durch das verschließbare Visier. Das breite Sichtfeld bietet zusätzliche Sicherheit. Für Brillenträger ist das Auf- und Absetzen oft etwas umständlicher. Sie sind bedeutend leiser als Jethelme und Crosshelme.
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Klapphelm
Eine echte Alternative für Brillenträger bietet der Klapphelm. Hier lässt sich die Kinnpartie hochklappen. Sie sind meist etwas schwerer als Integralhelme und die Schutzwirkung ist ein wenig reduziert. Hochwertige Exemplare aus Carbon gleichen den Gewichtsunterschied jedoch aus. Im Geräuschverhalten sind sie dem Integralhelm sehr ähnlich.
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Crosshelm
Diese Art von Helmen bietet sich besonders für sportliche Fahrende an. Meist ist kein Visier vorhanden. Es werden spezielle Crossbrillen verwendet. Durch die gute Belüftung wird Schwitzen und hoher Temperaturanstieg vermindert. Die weit nach vorn geschobene Kinnpartie bietet zusätzlichen Schutz bei einem Sturz.
Worauf sollten Sie beim Helm kaufen achten?
Art und Sicherheit
Beim Kauf eines Motorradhelmes ist zuallererst das Einsatzgebiet wichtig. Fahren Sie eher wenig und relativ langsam, sind Sie oft sportlich unterwegs oder reisen Sie viel? Nach der Beantwortung dieser Frage lässt sich die Art des Helmes wählen. Bei der weiteren Eingrenzung ist wichtig, dass der Helm die ECE-Norm 22-05 erfüllt. Kürzlich wurde die neue Norm (ECE-R-22.06) eingeführt, welche ab 2024 in Kraft tritt.
Das Material
Ein weiterer Aspekt der Vorauswahl ist das Material. Helme aus Thermoplast sind sehr robust und vergleichsweise günstig, aber auch wärmeempfindlich und relativ schwer. Carbonhelme sind höherpreisig, haben jedoch einige Vorteile. Neben dem geringeren Gewicht sind sie unempfindlicher gegen Wärme und Chemikalien.
Die richtige Größe
Natürlich ist die Größe ein entscheidender Punkt. Der Motorradhelm sollte bequem zu tragen sein und dennoch fest sitzen. Ein zu kleiner Helm kann Kopfschmerzen verursachen und ein zu großer die Schutzfunktion nicht erfüllen. Um die richtige Größe zu ermitteln, wird der Kopfumfang etwa einen Zentimeter über den Ohren und Augenbrauen gemessen. Sollte kein Maßband zur Hand sein, kann auch ein Band genutzt werden, welches dann mit einem Lineal vermessen werden wird.
Ausstattung und Nachrüstmöglichkeiten
Auch die Ausstattung oder Nachrüstmöglichkeiten sind von Belang. Gerade Tourenfahrer wünschen sich ein Kommunikationssystem, um mit dem Sozius oder mit einer Fahrergruppe entspannt und ablenkungsfrei zu kommunizieren. Viele Hersteller bieten Komplettlösungen oder die Möglichkeit einer Nachrüstung. Auch Head-up-Displays kommen bei Motorradfahrenden in Mode. Viele Helme haben mittlerweile eine integrierte Sonnenblende, welche einfach von außen bedienbar ist. So lässt sich schnell auf wechselnde Lichtverhältnisse (zum Beispiel Tunnel) reagieren.
Der Preis
Wie viel die fahrende Person für einen neuen Motorradhelm ausgeben möchte, liegt in ihrem Ermessen. Der Griff zu einem guten Markenhelm ist immer eine gute Wahl. Tests zeigen, dass Helme der Hersteller Schuberth, Shoei, Shark und Nolan immer wieder sehr gut dastehen. Günstige Helme sind bereits ab etwa 100 Euro zu haben. Gute Markenhelme kosten von rund 300 bis über 500 Euro.
Unbedingt Probetragen!
Zu guter Letzt sollte ein Motorradhelm vor Kauf probegetragen werden. Optimalerweise sollte der Helm 15, besser 30 Minuten ausprobiert werden. Hier sollte vor allem auf folgende Dinge geachtet werden:
Worauf sollten Sie bei der Haltbarkeit und Wartung von Motorradhelmen achten?
Lebensdauer
Auch wenn ein Motorradhelm nach vielen Jahren noch aussieht, als wäre er neu. Das Material altert. Gerade Helme aus Thermoplast sollten nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden. Durch Witterungseinflüsse und Sonneneinstrahlung verflüchtigen sich die Weichmacher und lassen das Material porös und brüchig werden. Auch der innere Schutz, die Innenschale, ist vom Alterungsprozess nicht ausgenommen. Meist besteht sie aus Styropor, welches mit den Jahren aushärtet und die Stoßdämpfung nicht mehr gewährleisten kann. Carbonhelme können, gute Pflege vorausgesetzt, bis zu sieben Jahre getragen werden.
Reinigung und Pflege
Die Pflege des Motorradhelmes wird oft vernachlässigt. Für optimalen Schutz und lange Haltbarkeit sollten jedoch einige Dinge beachtet werden. Pflegehinweise finden Sie in der Regel in der mitgelieferten Bedienungsanleitung Ihres Helmes oder auf den Herstellerseiten im Internet. Besonders am Ende der Saison sollte eine gründliche Reinigung des Helmes durchgeführt werden.
- Visier ausbauen und mit einem weichen Lappen und milder Seifenlauge reinigen.
- Helmschale mit einer Seifenlauge reinigen. Eingetrockneten, hartnäckigen Schmutz nicht mit einem harten Schwamm bearbeiten. Besser den Helm in ein feuchtes Tuch wickeln und einweichen lassen.
- Innenfutter herausnehmen und bei 30 Grad im Schonwaschgang waschen. Ist das Futter nicht herauszunehmen, wird es erst von groben Schmutzpartikeln und Haaren befreit und dann mit einem Spezialreiniger oder Seifenlauge gereinigt.
- Kontrolle und Reinigung der beweglichen Teile (Belüftung, Visier, Verschluss) und gegebenenfalls die Gängigkeit mit etwas Silikonöl oder Vaseline verbessern.
Vom Einsatz von Lösungsmitteln sollte unbedingt Abstand genommen werden. Die Helmschalen werden durch die aggressiven Mittel angegriffen und verlieren ihre Stabilität. Ebenso dürfen Helme nicht beklebt oder lackiert werden. Kleber und Lacke enthalten Lösungsmittel, welche die Festigkeit der Helmschalen beeinflussen.
Um das Innenfutter vor Verschmutzung zu schützen und zu schonen, empfiehlt sich das Tragen einer Sturmhaube unter dem Helm.
Weitere wichtige Punkte: Versicherung & Co.
Ein Motorradhelm muss nach einem Sturz immer ausgetauscht werden. Ebenso ein Helm, der heruntergefallen ist. Schäden sind oft nicht zu erkennen, die Schutzwirkung ist nicht mehr gegeben. Auf den Kauf gebrauchter Motorradhelme sollte verzichtet werden. Zu groß ist die Gefahr, dass der Helm bereits heruntergefallen ist und Beschädigungen hat, die äußerlich nicht erkennbar sind.
Muss ein Helm wegen Sturz, Beschädigung oder Diebstahl neu angeschafft werden, ist dies unter Umständen versichert. Die GVV Motorrad-Versicherung bietet mit der Teilkasko den Schutz bei Diebstahl mit dem Bike und bei nicht selbst verschuldeten Beschädigungen, zum Beispiel durch einen Sturz aufgrund Zusammenstoß mit Tieren. Unsere Vollkasko ersetzt den Helm auch bei einem selbst verursachten Sturz.
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