Beamtenstatus: Alles über Nach- & Vorteile von Beamten
Was ist der Beamtenstatus?
Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass Beamte nur für den Staat selbst tätig seien. Das ist so nicht ganz richtig. Die Einsatzgebiete von Beamten sind weit grösser. Dienstherren sind vor allem der Staat, Länder und Kommunen. Aber auch öffentlich-rechtliche Institutionen und Religionsgemeinschaften beschäftigen Beamte.
Kurzer Ausflug in die Geschichte
Das Beamtentum ist bereits in der Antike bekannt. Zu damaligen Zeiten dienten Beamte bedingungslos ihrem absoluten Herrscher. Im Gegenzug stand ihnen eine lebenslange Versorgung zu. Auch die hierarchische Ordnung war damals bereits bekannt und hat sich bis zum heutigen Tage erhalten. Als Urvater des heutigen deutschen Beamtentums gilt der preußische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Er formalisierte die Ausbildung. Sein Sohn, Friedrich II (der Große), führte den Ausbau des Berufsbeamtentums fort und löste schrittweise den in großen Teilen unfähigen und korrupten Landadel ab. Im 19. Jahrhundert gab es den großen Wandel. Beamte waren nunmehr nicht dem Herrscher, sondern dem Staat und dem geltenden Gesetz verpflichtet.
Beamtenstatus heute
Grundsätzlich hat sich an der Definition seit dem 19. Jahrhundert nicht viel geändert. 2020 waren etwa 1.716.900 Beamte im öffentlichen Dienst. Die größte Gruppe stellen Lehrer mit über 750.000 Beamten dar. Etwa 250.000 Polizisten standen im Dienst.
Um den Beamtenstatus zu erlangen wird oft ein Treueeid verlangt. Dieser verpflichtet den Beamten zur Treue zum demokratischen Rechtsstaat und dem geltendem Recht. Im Gegensatz zu Angestellten im öffentlichen Dienst sind einige Bürgerrechte eingeschränkt. So steht den Beamten das Streikrecht zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht zu. Ebenso ist das Recht der freien Meinungsäußerung eingeschränkt. Es gilt auch außerhalb der Dienstzeit eine Wohlverhaltenspflicht. Dinge, die dem Ansehen des Staates schaden könnten, sind zu unterlassen.
Es gibt allerdings nicht nur Einschränkungen. Das Beamtentum hat durchaus auch seine Vorteile.
Welche Arten von Beamten gibt es?
Die Regel (und das Ziel der meisten Beamten) ist der Beamtenstatus auf Lebenszeit. Vorab ist allerdings ein Vorbereitungsdienst abzuleisten. Dieser ist mit dem Status Beamter auf Widerruf oder Beamter auf Probe versehen. Besonders beim Militär ist auch ein Beamtenstatus auf Zeit möglich. Eine eher seltene Variante ist das Ehrenbeamtentum. Hier werden Beamtenaufgaben als Ehrenamt unentgeltlich ausgeführt.
Welche Nach- & Vorteile gibt es für Beamte?
Die Hans Böckler Stiftung hat 2008 eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Beamte ein längeres und gesünderes Leben haben. Zurückzuführen ist dies auf gesicherte finanzielle und gesundheitliche Fürsorge des Dienstherren.
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Vorteile
- Sicheres und planbares Einkommen
- Bei Beamten auf Lebenszeit die sicherste denkbare Beschäftigung
- Gute Altersvorsorge durch Pensionen
- Private Krankenversicherung meist durch den Dienstherren bezuschusst
- Vorteile bei Sozialabgaben (keine Renten- oder Arbeitslosenversicherung)
- Sicherheit bei Dienstunfähigkeit
- Vorteile bei Finanzierungen (durch die hohe Sicherheit gute Konditionen)
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Nachteile
- Hohe Belastung (vor allem bei Polizei oder pädagogischen Berufen)
- Einschränkungen der Arbeitnehmerrechte
- Arbeitsplatzwechsel oft schwierig oder gar nicht möglich
- Schlechtes Image
- Besoldung (mit vergleichbarer Qualifikation ist die Entlohnung in der freien Wirtschaft oft höher)
- Starre Hierarchien
Ein großer Pluspunkt des Beamtenstatus ist eine gute Altersvorsorge. Beamte sind, anders als andere Arbeitnehmer, pensionsberechtigt. Nach 40 Dienstjahren können sie in den Ruhestand gehen und erhalten bis zu 71,75 Prozent des Bruttogehalts, welches sie in den letzten 2 Jahren vor dem Ruhestand ausgezahlt bekamen.
Die Wochenarbeitszeiten eines Beamten sind in der Regel länger als die von vergleichbaren Tarifangestellten. Jedoch gibt es auch großzügige Möglichkeiten, eine gute Work-Life-Balance zu realisieren. Es bestehen beispielsweise Sabbatregelungen. Diese ermöglichen es, eine längere Pause einzulegen. So kann der Beamte seinen Job bis zu mehreren Jahren ruhen lassen, ohne seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Im Krankheitsfall werden, im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer, die Bezüge über die gesamte Zeit des Dienstausfalles in voller Höhe weiter gezahlt. Für Arztbesuche und Gesundheitsvorsorge müssen Sie in der Regel in Vorkasse gehen und können die Rechnungen dann bei der Krankenkasse und Beihilfestelle einreichen. Größere Rechnungen, wie zum Beispiel Krankenhausrechnungen, werden meist direkt übernommen.
Beamte können nur bei schweren Verstößen, wie zum Beispiel Straftaten oder vorsätzlichen schweren Verstößen gegen die Dienstordnung durch Entscheidung des Disziplinargerichts aus dem Dienst entfernt werden. Das heißt, sie sind unkündbar. Im Falle der Entfernung aus dem Dienst verliert der Beamte auch seine Pensionsansprüche. Für die geleistete Dienstzeit wird der entlassene Beamte bei der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Dadurch tritt oft eine Schlechterstellung im Rentenalter ein. Eine erneute Verbeamtung nach Entfernung aus dem Dienst ist nicht möglich.
Selbst kündigen, wie ein Arbeitnehmer, kann ein Beamter nicht. Es gibt allerdings die Möglichkeit, einen Antrag auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis zu stellen. Dies kann formlos geschehen. Der Antrag durchläuft auf dem Dienstweg alle Stellen bis zur obersten Dienstbehörde. Nach einer Bedenkzeit, die dem Beamten eingeräumt wird, erhält der Beamte eine Entlassungsurkunde. Der Wiedereinstieg in eine Beamtenlaufbahn ist möglich.
Wie werde ich Beamter?
Um eine Verbeamtung zu erreichen müssen einige Anforderungen erfüllt werden. Sie benötigen die deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines Mitgliedsstaates der Europäischen Gemeinschaft. Für einige Ämter, wie zum Beispiel das Richteramt, ist eine deutsche Staatsbürgerschaft unabdingbar. Vorstrafen dürfen nicht bestehen. Dies ist durch ein entsprechendes Führungszeugnis nachzuweisen. Auch Überschuldung verwehrt den Zugang zu einer Beamtenlaufbahn. In einigen Bereichen ist zudem eine Altersgrenze vorgegeben. In manchen Ländern sind (insbesondere bei der Polizei) Mindestgrößen zu beachten. Des Weiteren ist ein gesundheitlicher Eignungstest vorgesehen. Bei diesem dürfen Menschen mit Behinderung jedoch nicht benachteiligt werden.
Bevor Sie sich entscheiden, in den Beamtenstatus einzutreten, sollten Sie sicher sein, dass Sie die Einschränkungen Ihrer Grundrechte in Kauf nehmen wollen.
Der Einstieg ist als Berufsstart ebenso möglich wie ein Quereinstieg. Eine entsprechende Berufserfahrung und/oder Ausbildung kann die Probezeit verkürzen. Die fachlichen Voraussetzungen sind, je nach angestrebter Laufbahn und Einsatzgebiet verschieden.
Laufbahnen im Überblick
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Laufbahn einfacher Dienst
- Hauptschulabschluss
- Vorbereitungsdienst 6 bis 12 Monate
- Besoldungsgruppe A 2 bis A 6 (meist A 5)
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Laufbahn mittlerer Dienst
- Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss sowie Berufsausbildung
- Vorbereitungsdienst 2 bis 2,5 Jahre
- Besoldungsgruppe A 5 bis A 9
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Laufbahn gehobener Dienst
- Mindestens Fachhochschulreife, meist abgeschlossenes Studium
- Vorbereitungsdienst etwa 3 Jahre
- Besoldungsgruppe A 9 bis A 13
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Laufbahn Höherer Dienst
- Mindestens fachbezogenes Master- oder Diplomstudium
- Vorbereitungsdienst 1,5 bis 2 Jahre
- Hier sind mehrere Besoldungsgruppen möglich, je nach Einsatzgebiet existieren verschiedene
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