Auslandsstudium: Finanzierung, Versicherung & Wissenswertes
Wie kann ich im Ausland studieren?
Ein Auslandsstudium will gut vorbereitet sein. Ein bis zwei Jahre Planung sollten Sie einkalkulieren. Zur Vorbereitung gehören:
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1. Art des Studiums auswählen
Sollen es ein oder zwei Auslandssemester werden oder ein Vollstudium in einem anderen Land? Wenn Sie nur ein oder zwei Semester im Ausland studieren möchten, spricht man vom Teilstudium. Sie können hierfür an einem Austauschprogramm teilnehmen oder es selbst in die Hand nehmen. Dann sind Sie ein „Freemover“. Als austauschstudierende Person sind Sie normalerweise an die Partnerprogramme der Universitäten und Fachbereiche gebunden. Dennoch ist dies der gängige Weg. So fallen für Sie in der Regel keine Studiengebühren an der Gasthochschule an, Ihre Kurse und Scheine werden angerechnet und bei Fragen hilft Ihnen das Akademische Auslandsamt oder das International Office der Heimathochschule.
Als Freemover können Sie sich an fast allen ausländischen Hochschulen bewerben. Es empfiehlt sich jedoch, solche Hochschulen zu wählen, die spezielle Semesterprogramme für internationale Studierende anbieten. Freemover müssen im Normalfall die Studiengebühren selbst tragen. Daher sollten Sie eine gesicherte Finanzierung für den Auslandsaufenthalt einbringen.
Das gilt auch, wenn Sie ein Vollstudium im Ausland absolvieren, also an der ausländischen Universität Ihren Abschluss machen möchten. Einige Unis bieten binationale Doppelabschlüsse an. Das hat den großen Vorteil, dass Sie sich mit Ihrem Abschluss sowohl auf dem deutschen als auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt bewerben können. Sie sind bestens qualifiziert. Dafür ist es nicht unbedingt notwendig, zwei komplette Studiengänge parallel zu studieren.
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2. Finanzierung des Ausslandstudiums klären
Zur Finanzierung Ihres Aufenthaltes können Sie verschiedene Förderprogramme anfragen. Das bekannteste ist Erasmus. Eine weitere Möglichkeit besteht im Auslands-BAföG. Das können Sie auch dann beantragen, wenn Sie kein Inlands-BAföG beziehen, da die Kosten im Ausland meist höher ausfallen.
Eine weitere Anlaufstelle ist die „Deutsche Bildung Studienfinanzierung“. Sie ermöglicht Studierenden, ihre Studienpläne im Ausland zu verwirklichen – unabhängig vom Einkommen der Eltern und kombinierbar mit anderen Formen der Studienfinanzierung.
Des Weiteren gibt es spezielle Bildungskredite. So bietet die KfW-Bank einen Studienkredit für Auslandssemester an. Studierende der Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie können die Deutsche Apotheker- und Ärztebank um einen apoStudienKredit für Auslandssemester bitten.
Die beste Lösung ist, wenn Sie ein Stipendium erhalten, zum Beispiel über den Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD). Manche Organisationen und Stiftungen bieten Auslandsstipendien für spezielle Länder oder Regionen an, wie die Fulbright-Kommission, die den akademischen Austausch zwischen Deutschland und den USA fördert.
Außerdem gibt es Stipendien für bestimmte Fachrichtungen, wie das „FITweltweit“-Programm für Informatik vom DAAD. Angehende Betriebs- und Volkswirtschaftler können überdies Firmen gezielt anzusprechen. Größere Unternehmen haben eigene Stipendienprogramme im Angebot.
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3. Zielland und Universität auswählen
Bei der Wahl der Hochschule spielen zwei Aspekte eine Rolle: Erstens, gibt es für das gewünschte Land und die Universität eine Fördermöglichkeit? Viele Programme, sogenannte Kooperationsprogramme, sind auf Partneruniversitäten beschränkt. Oder es gibt regionale Vorgaben wie bei Erasmus, das sich explizit auf Europa bezieht.
Der zweite Aspekt ist für Ihre Karriere fast noch wichtiger: Welchen Ruf hat die Universität und der gewünschte Fachbereich? Bringt Sie ein Studium an der jeweiligen Einrichtung in Ihrer Karriereplanung weiter? Von Vorteil ist ebenfalls, wenn die Prüfungen der Gastuni später anerkannt werden. So sparen Sie Zeit und Aufwand ein.
Dennoch sollten Sie nie vergessen: Ein Auslandsstudium ist gut für den persönlichen Lebensweg. Ein Studium in einem afrikanischen, asiatischen oder südamerikanischen Land kann eine Erfahrung sein, die Ihr gesamtes Leben bereichert.
Was kostet ein Auslandsstudium?
Ohne Kooperationsprogramme fallen in vielen Ländern Studiengebühren an. Deren Sätze sind sehr unterschiedlich von Land zu Land und Hochschule zu Hochschule. Traditionell hohe Studiengebühren haben die angelsächsischen Länder wie USA, England und Australien. Je nach Uni belaufen sie sich bis zu 15.000 Euro pro Auslandssemester. Los geht es bei 1.400 Euro.
Die Gebühren für Bachelorprogramme reichen je nach Studienland von 5.000 bis 30.000 EUR pro Studienjahr, für Masterprogramme zwischen 2.500 und 60.000 EUR für das gesamte Studium.
Einige Länder erheben keine Studiengebühren. Sie sind besonders interessant, wenn Sie keine Form der Förderung erhalten. Dazu zählen die skandinavischen Länder, Frankreich, Luxemburg, Irland, Polen, Tschechien und die Slowakei.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die allgemeinen Lebenshaltungskosten im Wunschland. Diese fallen sehr unterschiedlich aus. So sollten Sie in Großbritannien etwa 6.000 Euro pro Semester allein für Miete und Essen einkalkulieren. In London sogar mehr als 7.000 Euro. In Malaysia oder Ecuador fällt für Sie gerade einmal die Hälfte an.
Zum Budget gehören zudem die Reiseaufwendungen. Ein Flug in die USA kostet mehr als einer nach London oder Rom. Im nicht-europäischen Ausland kommt eine Auslandskrankenversicherung hinzu.
Wo kann ich im Ausland studieren?
Wie gesagt, können Sie sich theoretisch an jeder Uni bewerben, sofern Sie die notwendigen Qualifikationen mitbringen wie Abitur, Bachelor etc. Allerdings ist für die meisten Studierenden der erste Schritt, nach Partnerhochschulen zu fragen, um eine Förderung zu erhalten. Ein Studium innerhalb der EU ist zudem von Vorteil, da Kosten wie für die Krankenversicherung oder fürs Mobiltelefon entfallen.
Und natürlich sollten Sie die eigene Sprachkompetenz in der Gastsprache nicht vergessen. Wie wichtig die Sprache ist, zeigt sich bei den beliebtesten Ländern für ein Auslandsstudium. An erster Stelle liegt Österreich, an vierter die Schweiz. Platz 3 und 5 belegen die englischsprachigen Länder Großbritannien und USA, Platz 7 Frankreich, Platz 8 die Türkei mit vielen migrantischen Studierenden. Nur die Niederlande als zweitbeliebtestes Land sowie China auf Platz 6 fallen hier aus der Reihe.
Wie bewerbe ich mich für ein Auslandssemester?
Sie haben die Hochschule im Land Ihrer Träume gefunden? Dann geht es ans Bewerben.
Wie versichere ich mich im Auslandssemester richtig?
Wie sieht es mit Versicherungen – neben einer verpflichtenden Krankenversicherung – aus? Wie in Deutschland sollten Sie unbedingt eine private Haftpflichtversicherung mit im Gepäck haben.
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Für manche Länder wird eine Rechtsschutzversicherung empfohlen. Das gilt insbesondere für Länder mit hoher Kriminalitätsrate und die nicht nach den Grundsätzen des Rechtsstaats regiert werden. Zudem raten Experten zu einer privaten Unfallversicherung, da die Unfallraten in einigen Ländern erheblich höher liegen.
Was bringt ein Auslandsstudium?
Wie Sie sehen, bedeutet ein Auslandsstudium etwas Arbeit im Vorfeld. Die lohnt sich aber.
- Sie treiben Ihre Karriere voran. Auslandserfahrung ist gefragt wie nie zuvor. Egal, ob in der Wirtschaft oder in der Forschung.
- Sie lernen neue Kulturen kennen. So reifen Sie in Ihrer Persönlichkeit.
- Sie verbessern Ihre Fremdsprachkenntnisse. Das ist fürs Berufsleben und für spätere Reisen von Vorteil.
- Sie bauen ein globales Netzwerk auf. Das hilft Ihnen bei Ihrer Karriere.
- Und zu guter Letzt: Sie stillen Ihr Fernwehverlangen.
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