FSJ: Versicherung, Wissenswertes & mehr
Was ist das FSJ? Wo kann ich ein FSJ machen?
Während des Freiwilligen Sozialen Jahrs helfen Sie in einer sozialen, medizinischen, pädagogischen oder kulturellen Einrichtung. Für Ihre Hilfe erhalten Sie ein sogenanntes Taschengeld. Ihre Aufgaben reichen von der Pflege und Betreuung über Erziehung bis zu Handwerks- und Bürotätigkeiten. Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Sie müssen zwischen 16 und 26 Jahre alt sein und einen Schulabschluss in der Tasche haben. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, können Sie sich bei den vielfältigen Einrichtungen und Organisationen bewerben. Bewerbungsfristen gibt es in der Regel nicht. Einfach anfragen. Da so ein Jahr einigen Organisationsaufwand mit sich bringt (wie Umzug, Reiseplanung oder Versicherung), empfiehlt es sich, ein halbes Jahr für die Vorbereitung einzuplanen. Nach erfolgreicher Bewerbung werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Häufig ist ein Probetag mit dem Bewerbungsverlauf verbunden, eine sogenannte Hospitation.
FSJ-Bewerbung
Die Website ich-will-fsj.de bietet eine praktische Stellensuche an. Sie können nach Aufgabengebiet und Entfernung vom Wohnort filtern.
In Ihre Bewerbung gehören das Schulabschlusszeugnis und ein paar Sätze zu Ihrer Motivation. Falls vorhanden sollten Sie ein Ausbildungs- oder Studienabschlusszeugnis sowie Arbeitszeugnisse beilegen. Des Weiteren helfen Empfehlungsschreiben und Referenzen über ehrenamtliche Tätigkeiten. Wenn Sie ein FSJ im Ausland planen, packen Sie einen Nachweis der Sprachkenntnisse mit in die Bewerbung. Manche Einrichtungen verlangen zudem ein polizeiliches Führungszeugnis.
FSJ im Ausland: Anbieter und Kosten
Sie können Ihr FSJ auch im Ausland absolvieren. So lernen Sie ein neues Land und eine andere Kultur kennen, verbessern Ihre Sprachkenntnisse und werten Ihren Lebenslauf für Ihre berufliche Karriere auf. Einige Institutionen haben sich auf das Auslands-FSJ spezialisiert. Der bekannteste Dienst ist „weltwärts“. Dieses Programm bringt Sie in ein Land des „Globalen Südens“. Sozialpolitisches und interkulturelles Engagement sind hier angesagt. Weitere weltweit tätige Organisationen sind „Kulturweit“, der Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) oder die Friedensdienste und kirchlichen Dienste wie die Caritas. Auf das europäische Ausland haben sich unter anderem der Europäische Freiwilligendienst (EFD) und der Europäische Solidaritätskorps spezialisiert.
Es gibt eine Hürde bei einem FSJ im Ausland: die Kosten. Diese sind höher als bei einem Inlandsdienst und werden meist nicht im vollen Umfang vom Anbieter übernommen. So müssen Sie in der Regel die Reise- und Visakosten selbst tragen. Zudem sind in einigen Ländern die Lebenshaltungskosten höher. Das Taschengeld reicht nicht. Dabei variiert die Kostenübernahme von Anbieter zu Anbieter. Einige verlangen sogar einen Unterstützerkreis, der Ihnen bei der Finanzierung des Auslandsjahrs finanziell unter die Arme greift.
Was sollte ich über ein FSJ wissen?
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Dauer
6 bis 18 Monate
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Dauer als Anrechnungsjahr für Fachhochschulreife
mindestens 12 Monate
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Arbeitszeit
Vollzeit (variiert je nach Träger). In Ausnahmefällen kann Teilzeit beantragt werden.
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Höchstalter bei Beginn
26 Jahre
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Weitere Voraussetzung
abgeschlossene Schulausbildung
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Bezahlung
ab 150 bis 370 EUR im Monat plus Verpflegungspauschale
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Unterkunft
wird bei Bedarf und je nach Einsatzbereich ggf. kostenlos gestellt
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Tätigkeiten
medizinisch-pflegerische, erzieherisch-pädagogische, hauswirtschaftliche und hausmeisterliche, Verwaltung und Büro
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Einsatzbereiche
Gesundheits- und Altenpflege, Behindertenbetreuung, Erziehung, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Kirche, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Flüchtlingshilfe, Umwelt- und Tierschutz, Landschafts- und Denkmalpflege, Sportvereine
FSJ-Versicherung: Wie bin ich währenddessen versichert?
Ein großer Vorteil des Freiwilligen Sozialen Jahrs ist: Sie sind Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. Das heißt, Sie genießen den Schutz einer Krankenversicherung, zahlen in die Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ein und besitzen den gesetzlichen Unfallschutz. Die Beiträge übernimmt Ihre Einrichtung oder Einsatzstelle. Den Zusatzbeitrag, den manche Krankenkassen erheben, müssen Sie nicht zahlen. Als Bemessungsgrundlage für die Einzahlung in die Rentenkasse dient Ihr Taschengeld und gegebenenfalls die gewährte freie Unterkunft und Verpflegung als Sachleistung.
Wie sieht es mit privaten Versicherungen im FSJ aus?
Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder in der Schublade haben. Die gute Nachricht: Freiwillige im Sozialen Jahr sind bei GVV Direkt weiterhin über die Eltern oder ein Elternteil versichert, sofern diese einen Familientarif bei GVV Direkt haben. Gleiches gilt für die Hausratversicherung.
FSJ und BFD – die Alternative
Vielleicht haben Sie schon vom Bundesfreiwilligendienst (BFD) gehört. Der BFD wurde mit der Abschaffung des Wehrdienstes 2011 eingeführt; er ersetzt den Zivildienst.
BFD und FSJ sind ähnlich angelegt, unterscheiden sich aber in einigen Punkten. 1. Der größte Unterschied ist, Sie können einen Bundesfreiwilligendienst auch noch nach dem 26. Lebensjahr absolvieren. Es gibt keine Altersbeschränkungen. 2. Der BFD muss in Deutschland absolviert werden. Ein Auslandseinsatz ist nicht möglich. 3. Theoretisch können Sie sich alle fünf Jahre für den BFD bewerben. Ein FSJ ist eine einmalige Angelegenheit.
Die weiteren Leistungen sind identisch: Sie erhalten ein Taschengeld in gleicher Höhe, die Dauer reicht von 6 bis 18 Monaten, Sie sind in der gesetzlichen Sozialversicherung, haben weiterhin Anspruch auf Kindergeld und arbeiten in der Regel Vollzeit.
Was verdiene ich beim FSJ?
Als Freiwilliger beziehen Sie kein Gehalt, sondern erhalten ein Taschengeld. Im Jahr 2022 betrug das maximale Taschengeld 423 EUR monatlich (inklusive Verpflegungspauschale). Das Gesetz sieht nämlich eine Obergrenze für das Taschengeld vor: Es darf maximal sechs Prozent der in der Rentenversicherung jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze für Arbeiter und Angestellte betragen. Die tatsächlich ausgezahlte Höhe des Taschengeldes variiert allerdings von Träger zu Träger stark – von 150 EUR bis zur Höchstsumme. Sie hängt zudem vom Umfang der Tätigkeit (Voll- oder Teilzeit) ab.
Hinzu kommen – je nach Einsatzstelle – kostenlose Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung. Zudem genießen Sie mit einem FSJ- respektive BFD-Ausweis einige Ermäßigungen. Diese ähneln denen von Studierenden oder Azubis. So fahren Sie meist vergünstigt Bahn oder erhalten Rabatte in Schwimmbädern, Bibliotheken oder bei manchen Veranstaltungen.
Wichtig zu wissen: Während des FSJ und des BFD besteht bis zum Erreichen des 25. Lebensjahres weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Das gilt auch für den Kinderfreibetrag. Und Sie haben Anspruch auf Wohngeld.
Freiwilliges Soziales Jahr – eine gute Sache
Wer nach der Schule nicht direkt an die Hochschule gehen oder eine Ausbildung starten möchte, der besitzt mit dem FSJ eine sinnvolle Alternative. Auch wenn Sie mit dem Taschengeld keine großen Sprünge machen können, so sammeln Sie wertvolle Erfahrungen. Und Sie sind gut abgesichert.
Was sind Gründe für ein FSJ?
- Gesellschaftlich engagieren
- Gutes tun
- Beruflich orientieren
- Lebenserfahrungen sammeln
- Fachhochschulreife erwerben
- Anerkennungsjahr für Uni absolvieren
- Sonderpunkte für Numerus Clausus gewinnen
- Zeit zwischen Schule und Uni sinnvoll nutzen
- Neue Freunde kennenlernen
Versicherungsschutz für ein FSJ über GVV Direkt
Ein FSJ eröffnet neue Perspektiven. Sie sollten aber auch rechtzeitig über den passenden Schutz nachdenken. Wir unterstützen Sie dabei und begleiten Sie auf Ihrem Weg. Entdecken Sie jetzt online unsere Tarife und finden Sie die Versicherungen, die optimal zu Ihrem sozialen Jahr passen.
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