Was sind Schadenfreiheitsklassen? Tabelle & mehr
Was sind Schadenfreiheitsklassen?
Für Versicherungen sind Schadenfreiheitsklassen ein wichtiger Faktor zum Berechnen der Kosten für Ihre Autoversicherung. SF-Klassen spiegeln das Unfallrisiko des Versicherten wider. Fahranfängern fehlt Fahrpraxis. Deshalb ist ihre Wahrscheinlichkeit, einen Schaden zu verursachen, höher als bei einem Fahrer mit mehrjähriger Erfahrung am Steuer. Sie starten mit der Schadenfreiheitsklasse 0.
Sobald Sie Ihren Führerschein mindestens drei Jahre haben, werden Sie in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Sofern der Vertrag mindestens 180 Tage unfallfrei besteht, steigt der Vertrag zum 1.1. des Folgejahres in die SF 1.
Von diesem Moment an sinkt Ihr Versicherungsbeitrag über die Jahre hinweg kontinuierlich, wenn Sie keinen Schaden anzeigen.
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Download: SF-Klassen-Tabelle (Kfz) bei GVV Direkt
Eine Tabelle der aktuellen Schadensfreiheitsklassen, die für die Kfz-Versicherungen relevant sind, finden Sie hier zum Download.
Tipp:
Wenn Sie kleine Schäden aus eigener Tasche zahlen, ohne die Versicherung einzuschalten, werden Sie im folgenden Jahr nicht zurückgestuft.
Welche Kriterien wirken sich auf die Versicherungsprämie aus?
Wie andere Autoversicherer orientieren wir uns bei der Einstufung im Wesentlichen an den Kriterien Typklasse, Regionalklasse und Schadenfreiheitsklasse. Daneben beeinflussen zahlreiche weitere Tarifmerkmale die Prämienermittlung bei der Autoversicherung.
Da die Auswirkungen dieser Punkte auf die Prämie nicht bei allen Versicherungen eine Rolle spielen, sollten Sie im Vorfeld beim Versicherer nachfragen.
Was ist ein Rabattschutz?
Viele Versicherer bieten einen sogenannten Rabattschutz an. Er sorgt dafür, dass die einmal erreichte Schadenfreiheitsklasse auch nach einem Schadenfall erhalten bleibt. Im Regelfall ist ein Schaden pro Jahr abgedeckt. Im Falle eines Versichererwechsels wird allerdings die Schadenfreiheitsklasse an den Nachversicherer weitergegeben, die sich ergeben hätte, wenn kein Rabattschutz abgeschlossen worden wäre. Dies ist notwendig, damit der Nachversicherer das individuelle Risiko des Versicherungsnehmers einschätzen kann, das durch die „nicht-rabattgeschützte“ Schadenfreiheitsklasse beschrieben wird.
Was ist beim Wechsel der Autoversicherung zu beachten?
Möchten Sie als Versicherungsnehmer die Autoversicherung wechseln, sollten Sie sich im Vorfeld sorgfältig informieren:
Wie funktioniert die Einstufung in Schadenfreiheitsklassen beim Zweitwagen?
Im Normalfall wird ein Fahrzeug, das zum ersten Mal versichert wird, in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingeordnet, was ziemlich teuer ist. Allerdings gewähren die meisten Versicherungen verbesserte Zweitwagenkonditionen. Möchten Sie also einen Zweitwagen versichern lassen, können Sie davon ausgehen, dass viele Versicherer ihn zumindest in die SF½ einordnen.
Haben Sie mit Ihrem Erstfahrzeug mindestens SF-Klasse 3 erreicht, erhält Ihr zweites Kfz ebenfalls die SF-Klasse 3 wie Ihr Erstwagen (Zweitwagen-Regelung), sofern keine Fahrer unter 23 mit dem Fahrzeug fahren.
Tipp:
Viele Eltern von jungen Fahrern nutzen diese Möglichkeit, um das Fahrzeug ihres Nachwuchses als ihren Zweitwagen zu versichern – der Vertrag beginnt mit SF Klasse ½ statt Klasse 0.
Wie funktionieren Schadenfreiheitsklassen beim Motorrad?
Schließen Sie eine Motorrad-Versicherung ab, wird Ihr Motorrad wie auch das Auto in eine SF-Klasse eingeordnet. Allerdings gibt es hier andere Stufen: Die höchste Schadenfreiheitsklasse liegt nicht bei 50, sondern bei 20 und auch die Rabatte unterscheiden sich etwas. Wenn Sie Ihr Motorrad abmelden und einen Pkw versichern, können Sie Ihre SF-Klasse mitnehmen. Dabei zählt nicht die Einstufung, sondern die tatsächlich schadenfrei gefahrene Zeit, das sogenannte Rabattgrundjahr. Das heißt: Haben Sie mit dem Motorrad die höchstmögliche Schadenfreiheitsklasse 20 erreicht, sind insgesamt aber schon 24 Jahre unfallfrei, übernimmt die Autoversicherung 24 Jahre und stuft Sie in SF 24 ein. Als Nachweis legen Sie den Vertrag Ihrer alten Motorradversicherung vor.
Wie lasse ich SF-Klassen übertragen?
Wer im Laufe der Jahre wenige oder keine Schäden mit seinem Fahrzeug verursacht, wird von der Kfz-Versicherung in eine hohe Schadenfreiheitsklasse mit einem entsprechenden Rabatt eingestuft. Das heißt, die Autoversicherung wird günstiger. Deshalb kann es rentabel sein, diese Klasse zu übertragen, wenn ein Versicherungsnehmer sie nicht mehr benötigt, z.B. weil das Auto aus Altersgründen nicht mehr gefahren oder ein Zweitwagen nicht mehr gebraucht wird.
Die Person, der der Rabatt übertragen werden soll, hat das Fahrzeug über einen gewissen Zeitraum genutzt und kann den Zeitraum glaubhaft machen, in dem sie der/die überwiegende Nutzer/in war.
Übertragen wird nur die SF-Klasse bzw. die Anzahl der schadenfreien Jahre und nicht der Schadenfreiheitsrabatt.
Man kann nur so viele schadenfreie Jahre übernehmen, wie man im Besitz eines Führerscheins ist. Beispiel: Wer seit drei Jahren seine Fahrerlaubnis hat, kann entsprechend drei Jahre übernehmen. Für einen absoluten Fahranfänger lohnt sich das Ganze also nicht.
Verfällt meine SF Klasse irgendwann?
Verfallsfristen und Regelungen für eine Vertragsunterbrechung sind bei Versicherern verschieden definiert. Bei vielen Anbietern bleibt Ihre Schadenfreiheitsklasse nach Abmelden Ihres Autos für sieben Jahre erhalten.
💡 Bei GVV Direkt verfällt die SF-Klasse erst nach 10 Jahren.
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